Das Bild von Lionel Messi mit dem WM-Pokal in den Händen, gehüllt in ein schwarzes Bisht, die Augen feucht — es ist das ikonischste Sportfoto des 21. Jahrhunderts. Drei Jahre später steht die Frage im Raum, die ganz Argentinien und den Weltfussball beschäftigt: Wird Messi mit 39 Jahren noch einmal auflaufen? Und falls ja — kann der amtierende Weltmeister seinen Titel verteidigen? In Gruppe J trifft Argentinien auf Algerien, Österreich und Jordanien. Für DACH-Fans ein besonderes Duell: Österreich gegen Argentinien ist das Spiel, auf das Wien seit 28 Jahren wartet. Ich habe den Kader, die Gruppenkonkurrenz und die Quotenlage durchleuchtet — und komme zu einem differenzierten Bild.

Kader — Nach Messi-Ära oder mit Messi?

Es ist die eine Frage, die alles überschattet. Lionel Messi spielt bei Inter Miami in der MLS, hat im Frühjahr 2026 mit Knieproblemen zu kämpfen und wird im Juni 39 Jahre alt. Trainer Lionel Scaloni hat öffentlich erklärt, dass die Tür für Messi immer offen steht — aber er hat gleichzeitig eine Mannschaft aufgebaut, die ohne den Maestro funktioniert. Die südamerikanische Qualifikation gewann Argentinien als Gruppenerster, und Messi verpasste sechs der achtzehn Spiele verletzungsbedingt. In seiner Abwesenheit übernahmen andere die Verantwortung — und das ist die eigentliche Geschichte dieses Kaders.

Julián Álvarez hat sich bei Atlético Madrid zum kompletten Stosstürmer entwickelt — einer, der nicht nur Tore schiesst, sondern die gesamte Offensive orchestriert. Seine Mischung aus Laufbereitschaft, Abschlussstärke und taktischer Intelligenz macht ihn zu Argentiniens wichtigstem Offensivspieler — mit oder ohne Messi. Bei der WM 2022 erzielte er vier Tore, darunter den Doppelpack im Halbfinale gegen Kroatien, und seine Entwicklung seitdem war atemberaubend: In der Saison 2025/26 führt er die Torjägerliste der La Liga an und hat in der Champions League in jedem Gruppenspiel getroffen. In der Qualifikation erzielte Álvarez 11 Tore und übernahm die Rolle des Torgaranten, die bei früheren Turnieren Messi allein gehörte. Er spielt wie jemand, der weiss, dass die Welt zuschaut — und der zeigen will, dass Argentinien auch ohne Messi tödlich ist.

Neben ihm bietet Lautaro Martínez von Inter Mailand eine Alternative als Stosstürmer. Lautaro bringt eine andere Dynamik — physischer, direkter, mit einem Schuss, der aus jeder Position gefährlich ist. In der Qualifikation erzielte er 8 Tore, davon vier mit dem Kopf, was Argentinien eine zusätzliche Waffe bei Standards gibt. Scaloni nutzt Lautaro und Álvarez selten gemeinsam, sondern rotiert je nach Gegner — eine Strategie, die beide frisch hält und den Gegnern unterschiedliche Probleme stellt.

Enzo Fernández im Mittelfeld organisiert das Spiel mit einer Reife, die sein Alter von 25 Jahren Lügen straft. Bei Chelsea zum teuersten Transfer der Premier-League-Geschichte geworden, hat er seine anfänglichen Schwierigkeiten in London überwunden und bringt eine Passqualität und Spielübersicht mit, die an die grossen argentinischen Mittelfeldspieler erinnert — Redondo, Riquelme, Mascherano in seiner besten Phase. Sein Langpassspiel ist chirurgisch präzise, seine Fähigkeit, unter Pressing ruhig zu bleiben, bemerkenswert. In der Qualifikation hatte Fernández eine Passquote von 89 Prozent und durchschnittlich 3.2 Schlüsselpässe pro Spiel — Werte, die ihn als einen der besten Mittelfeldspieler der Welt ausweisen.

Alexis Mac Allister, bei Liverpool als Box-to-Box-Spieler unverzichtbar geworden, ergänzt Fernández perfekt. Wo Fernández das Spiel lenkt, gewinnt Mac Allister die Bälle zurück — seine Laufleistung in der Premier League gehört zur Spitze, seine Zweikampfquote liegt bei 62 Prozent. Diese Arbeitsteilung, die Scaloni seit dem WM-Triumph 2022 perfektioniert hat, gibt Argentinien ein Mittelfeld, das sowohl kreativ als auch defensiv überzeugt. Rodrigo De Paul, der erfahrene Kämpfer, bietet als dritter Mittelfeldspieler die emotionale Intensität, die argentinische Teams seit jeher auszeichnet — jenes „Garra“, das man nicht trainieren kann, sondern das man mitbringt oder eben nicht.

In der Abwehr hat sich Cristian Romero als Weltklasse-Innenverteidiger etabliert. Der Tottenham-Profi kombiniert südamerikanische Aggressivität — er ist der Spieler, der im Zweikampf keinen Zentimeter hergibt — mit europäischer Positionsdisziplin. Seine Lesekünste im Spiel sind aussergewöhnlich: Er antizipiert Pässe, bevor sie gespielt werden, und seine Balleroberungen im eigenen Drittel leiten oft gefährliche Konter ein. Neben ihm steht Lisandro Martínez, der bei Manchester United in einer schwächelnden Mannschaft als Fels in der Brandung dient. Mit nur 1,75 Metern ist er für einen Innenverteidiger ungewöhnlich klein, kompensiert das aber mit Schnelligkeit, Aggressivität und einem überragenden Stellungsspiel. Die Aussenverteidiger Nahuel Molina (rechts) und Nicolás Tagliafico (links) bieten offensive Impulse ohne defensive Nachlässigkeit — Molinas Vorstösse auf der rechten Seite sind ein taktisches Markenzeichen, das Scaloni in der Qualifikation regelmässig nutzte. Im Tor steht Emiliano „Dibu“ Martínez — der Penalty-Killer, der bei der WM 2022 zum Helden wurde. Sein psychologisches Spiel bei Elfmeterschiessen — die Provokationen, das Zeitspiel, die Staredowns — ist legendär und hat Argentinien in drei K.-o.-Spielen den Sieg gesichert. Allein seine Präsenz im Tor gibt Argentinien einen Vorteil in Drucksituationen, der sich nicht in Statistiken messen lässt, aber in den Quoten eingepreist sein sollte.

Falls Messi doch nominiert wird, ändert sich die Dynamik grundlegend. Er würde als Einwechselspieler oder Teilzeit-Starter eingesetzt — die Zeiten, in denen Messi 90 Minuten auf Weltklasseniveau durchspielen kann, sind vorbei. Aber selbst 30 Minuten Messi pro Spiel genügen, um Abwehrreihen zu verunsichern, Standards gefährlich zu schlagen und die emotionale Energie eines Stadions zu verändern. Meine Einschätzung: Messi wird nominiert, aber als Joker von der Bank, nicht als Starter. Scaloni ist pragmatisch genug, um Sentimentalität dem Erfolg unterzuordnen — und intelligent genug, um Messis Aura als taktische Waffe einzusetzen.

Qualifikation und Formkurve

Argentinien qualifizierte sich als Erster der südamerikanischen Zone — mit vier Punkten Vorsprung auf Uruguay und einer Bilanz von 12 Siegen, 3 Unentschieden und 3 Niederlagen in 18 Spielen. Die südamerikanische Qualifikation ist ein Marathon, kein Sprint: 18 Spiele über zwei Jahre, gegen jeden Gegner heim und auswärts, auf Meeresniveau in Buenos Aires und auf 3600 Metern in La Paz. Argentinien hat diesen Marathon dominiert, auch wenn die drei Niederlagen — gegen Uruguay (0:2 in Montevideo), Kolumbien (1:2 in Barranquilla) und Brasilien (0:1 in São Paulo) — zeigten, dass der Weltmeister nicht unverwundbar ist. Alle drei Niederlagen kamen auswärts, ein Muster, das Scaloni erkannt hat: In der Qualifikation gewann Argentinien alle neun Heimspiele, verlor aber drei von neun Auswärtsspielen. Für eine WM, die komplett auf neutralem Boden stattfindet, ist diese Diskrepanz weniger relevant, aber sie zeigt, dass Argentinien ohne die Unterstützung der Bombonera oder des Monumental verwundbarer ist.

Die Formkurve seit dem Copa-América-Triumph 2024 ist beeindruckend: Argentinien hat den Titel in Miami im Finale gegen Kolumbien gewonnen, die Qualifikation souverän abgeschlossen und in den Testspielen Anfang 2026 gegen Mexiko (3:0) und Japan (2:1) überzeugt. Was Scaloni auszeichnet: Er hat die Balance zwischen Erneuerung und Kontinuität gefunden. Die WM-Helden von 2022 — De Paul, Di María (mittlerweile zurückgetreten), Otamendi (als Backup im Kader) — weichen langsam den Jüngeren, ohne dass die Mannschaftsidentität verloren geht. Garnacho von Manchester United, Thiago Almada und Valentín Carboni bilden eine neue Generation, die bei der nächsten WM 2030 den Kern stellen wird, aber 2026 bereits Einsatzminuten sammeln dürfte. Dieses argentinische „Wir-Gefühl“ — die Scaloneta, wie es in Buenos Aires heisst — ist Scalonis grösste Errungenschaft und der Grund, warum ich Argentinien trotz des alternden Kaders weiterhin als Top-4-Kandidaten sehe.

Gruppe J — Algerien, Österreich, Jordanien

Gruppe J vereint den amtierenden Weltmeister mit drei Teams, die auf einer WM-Bühne wenig bis keine Erfahrung haben. Argentinien ist der klare Favorit, und die Frage ist nicht ob, sondern wie souverän der Gruppensieg gelingt. Für uns in der DACH-Region ist diese Gruppe besonders spannend: Österreich trifft auf den Weltmeister — ein Spiel, das in Wien und Innsbruck mit der gleichen Intensität verfolgt wird wie ein Champions-League-Finale.

Algerien, die Wüstenfüchse, qualifizierten sich souverän als Gruppenerster der afrikanischen Zone. Die Mannschaft hat sich seit dem AFCON-Titel 2019 zwar nicht mehr auf dem höchsten Niveau durchgesetzt, bringt aber eine erfahrene Truppe mit, die physisch stark und taktisch diszipliniert ist. Riyad Mahrez, inzwischen bei Al-Ahli in Saudi-Arabien, bleibt der kreative Kopf — sein linker Fuss ist unberechenbar, seine Freistösse gefährlich. Islam Slimani als Stosstürmer bringt Erfahrung und Kopfballstärke mit. Algerien wird gegen Argentinien um jeden Zentimeter kämpfen und könnte bei einem Ausrutscher des Weltmeisters für eine Überraschung sorgen.

Österreich bringt die Rangnick-Identität mit: aggressives Pressing, vertikales Spiel, bedingungslose Laufbereitschaft. Für Argentinien ist das ein unangenehmer Gegnertyp — Teams, die hoch pressen und die Räume verdichten, haben Scalonis Mannschaft in der Qualifikation Probleme bereitet. Uruguay gewann in Montevideo mit genau diesem Rezept: hohes Pressing, schnelles Umschaltspiel, Fehler erzwingen. Rangnick hat in seiner Zeit bei RB Leipzig und jetzt bei Österreich genau dieses System perfektioniert. Das Duell Sabitzer gegen Fernández im Mittelfeld wird der Schlüssel zum Spiel — beide sind bei ihren Vereinen die Taktgeber, beide kontrollieren das Tempo, und wer dieses Duell gewinnt, gewinnt das Spiel. Ich erwarte ein intensives, taktisch anspruchsvolles Aufeinandertreffen, das mit 1:0 oder 1:1 enden dürfte. Für Österreich wäre ein Punkt gegen den Weltmeister ein Riesenerfolg und der Grundstein für das Weiterkommen — für Argentinien ein akzeptables Ergebnis, solange die Pflichtsiege gegen Algerien und Jordanien eingefahren werden. Die Atmosphäre im Stadion wird besonders sein: Die österreichische Diaspora in den USA ist klein, aber leidenschaftlich, und die argentinische Community — eine der grössten südamerikanischen Gemeinschaften in Nordamerika — wird für eine Stimmung sorgen, die an Buenos Aires erinnert.

Jordanien, der Finalist des Asian Cup 2024, ist der Debütant und die grosse Unbekannte. Die Mannschaft spielt einen disziplinierten, defensiven Fussball und hat in den Playoffs gegen starke Gegner bestanden. Für Argentinien sollte dieses Spiel ein klarer Dreier sein, aber die WM-Geschichte lehrt: Debütanten mit nichts zu verlieren können unangenehme Gegner sein, wenn der Favorit sie unterschätzt.

Quoten und Titelchancen

Die Dezimalquoten auf eine argentinische Titelverteidigung liegen bei 8.00 — eine implizite Wahrscheinlichkeit von 12.5 Prozent und der vierte Platz in der Favoritenrangliste hinter Frankreich (5.50), England (6.50) und Brasilien (7.50). Dass der amtierende Weltmeister nur Vierter ist, spiegelt die Skepsis der Buchmacher wider: Die Messi-Frage, das Alter einiger Schlüsselspieler und die Herausforderung, einen Titel über sieben Spiele in fünf Wochen zu verteidigen, drücken die Quote nach oben.

Historisch hat kein Team seit Brasilien 1962 den Titel erfolgreich verteidigt — eine Durststrecke von über 60 Jahren. Deutschland 1990, Brasilien 1998, Frankreich 2002, Italien 2010, Spanien 2014, Deutschland 2018 und Frankreich 2022 — alle Titelverteidiger scheiterten, die meisten bereits in der Gruppenphase oder im Achtelfinale. Die Titelverteidigung ist der heilige Gral des Weltfussballs, und die Quoten spiegeln diese Schwierigkeit wider. Für Wettfreunde sehe ich den besseren Value in den kürzeren Märkten: Argentiniens Gruppensieg bei 1.30 ist eine solide Basiswette mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit, die ich bei 80 Prozent ansetze. Das Halbfinale bei 2.80 bietet angemessenen Value angesichts der Kaderqualität und Turniererfahrung — ein Team, das drei der letzten vier grossen Turniere (WM 2022, Copa América 2024, Finalissima 2022) gewonnen hat, wird nicht kampflos in der Runde der letzten Acht ausscheiden. Die Titel-Quote bei 8.00 halte ich für fair bepreist — weder Value noch Überpreis, sondern eine akkurate Reflexion der Chancen.

Ein interessanter Nebenmarkt: „Argentinien kassiert in der Gruppenphase weniger als 3 Tore“ bei 1.60. Die Defensive um Romero und Martínez mit Dibu Martínez im Tor ist eine der besten der Welt, und die Gruppengegner haben nicht die offensive Klasse, um diese Abwehr regelmässig zu durchbrechen. In der Qualifikation kassierte Argentinien durchschnittlich 0.83 Tore pro Spiel — auf drei Gruppenspiele hochgerechnet sind das 2.5 erwartete Gegentore, was den Unter-3-Markt als leichten Value qualifiziert.

Taktik unter Scaloni

Was Scaloni geschafft hat, grenzt an ein Wunder: Er hat eine der talentiertesten Generationen des argentinischen Fussballs zu einer funktionierenden Einheit geformt, die sowohl spielerisch überzeugt als auch kämpferisch bestehen kann. Vor Scaloni war Argentinien das Team der verpassten Chancen — drei Finalniederlangen zwischen 2014 und 2016 zeugten von individueller Klasse ohne kollektive Identität. Scaloni hat diese Identität geschaffen, und das Grundsystem ist ein 4-3-3, das sich mit Ball zu einem asymmetrischen 3-4-3 verschiebt — der rechte Aussenverteidiger Molina rückt ins Mittelfeld, während der linke Aussenverteidiger Tagliafico die Breite hält. Diese Asymmetrie ist Scalonis Markenzeichen und gibt Argentinien eine taktische Tiefe, die Gegner oft erst im Spiel erkennen und dann nicht mehr korrigieren können.

Im Pressing agiert Argentinien mittlerweile aggressiver als unter Scalonis Anfangszeit — ein Einfluss der Premier-League-Profis Mac Allister und Fernández, die hohe Intensität gewohnt sind. Gegen schwächere Gegner presst Argentinien ab der gegnerischen Strafraumkante und erzwingt Ballverluste in Zonen, die sofort zu Torchancen führen. Gegen stärkere Gegner fällt die Mannschaft in ein mittleres Block-Pressing zurück, das Konterräume öffnet — Álvarez‘ Geschwindigkeit und Fernández‘ Steilpässe machen diese Konter tödlich. Die Schlüsselfigur ist Fernández, der als tiefer Spielmacher das Tempo diktiert — schnell, wenn Argentinien Räume findet, langsam, wenn es darum geht, den Ball zu zirkulieren und den Gegner müde zu spielen.

Dieses Tempo-Management ist der Grund, warum Argentinien in der Qualifikation acht Spiele in der zweiten Halbzeit entschied — die Geduld, den richtigen Moment abzuwarten, ist eine Kunst, die Scaloni seiner Mannschaft beigebracht hat und die bei einer WM, wo ein einziges Tor ein Spiel entscheiden kann, unbezahlbar ist. Was mir Sorgen macht: Argentiniens Abhängigkeit von Standardsituationen. In der Qualifikation erzielte das Team 7 seiner 34 Tore nach ruhenden Bällen — ohne Messi als Freistoss-Spezialisten könnte diese Quote sinken. Scaloni hat dafür Mac Allister als Standardschützen eingeplant, aber dessen Präzision erreicht nicht Messis Niveau.

Gelingt die Titelverteidigung?

Die ehrliche Antwort: Wahrscheinlich nicht, aber die Chancen sind besser als bei jedem anderen Titelverteidiger der letzten 30 Jahre. Deutschland 2018 und Frankreich 2022 scheiterten beide — Deutschland katastrophal in der Gruppenphase, Frankreich knapp im Finale. Italien 2010 und Spanien 2014 erlebten ähnliche Enttäuschungen. Der Fluch des Titelverteidigers ist real, und er speist sich aus einer Kombination von Faktoren: Überheblichkeit, physische Ermüdung nach einem langen Zyklus und die Motivation der Gegner, den Champion zu stürzen. Argentinien hat den Vorteil, dass Scaloni die Mannschaft behutsam erneuert hat, ohne den Kern zu zerstören — acht Spieler der WM-Startelf von 2022 dürften auch 2026 zum Kader gehören, ergänzt durch frische Kräfte wie Garnacho und Carboni.

Die Messi-Frage ist ein Risiko und eine Chance zugleich: Ohne ihn als Starter ist Argentinien taktisch flexibler und physisch belastbarer — die Mannschaft muss nicht um einen Spieler herum gebaut werden, der nicht mehr 90 Minuten auf WM-Niveau durchhält. Mit ihm als Joker hat das Team eine emotionale Waffe, die kein anderes Land bieten kann — stell dir vor, es steht 0:0 im Viertelfinale, 65. Minute, und Messi wird eingewechselt. Die gegnerische Mannschaft weiss: Jetzt kann alles passieren. Dieser psychologische Effekt ist real und messbar — bei der WM 2022 erzielte Messi nach Einwechslungen oder in der zweiten Halbzeit fünf seiner sieben Tore.

Mein Szenario: Argentinien gewinnt Gruppe J souverän mit 7 oder 9 Punkten, übersteht das Achtelfinale gegen einen Gruppendritten und trifft im Viertelfinale auf ein europäisches Schwergewicht — England, Spanien oder die Niederlande. Hier wird sich zeigen, ob die Titelverteidigung realistisch ist oder ob der Fluch des Champions zuschlägt. Meine Wahrscheinlichkeiten: Halbfinale 40 Prozent, Finale 20 Prozent, Titelverteidigung 10 Prozent. Der Value liegt im Halbfinal-Markt bei 2.80 — eine Quote, die angesichts der Kaderqualität und des Scaloni-Faktors attraktiv ist. Wer auf die Titelverteidigung bei 8.00 setzen will, braucht Geduld und starke Nerven — aber die Geschichte lehrt: Manchmal schreiben die Unwahrscheinlichen die schönsten Geschichten. Die vollständige Teamübersicht zeigt Argentiniens Position im Favoritenfeld.

Spielt Messi bei der WM 2026?
Lionel Messis Teilnahme ist unsicher. Der 39-Jährige kämpft bei Inter Miami mit Knieproblemen, und Trainer Scaloni hat die Mannschaft so aufgebaut, dass sie auch ohne Messi funktioniert. Die wahrscheinlichste Variante: Messi wird nominiert, kommt aber als Joker von der Bank statt als Starter.
Trifft Österreich bei der WM 2026 auf Argentinien?
Ja, Österreich und Argentinien sind gemeinsam in Gruppe J, zusammen mit Algerien und Jordanien. Es ist Österreichs erste WM seit 1998 und das Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Weltmeister das Highlight der Gruppenphase.
Wie hoch sind die Quoten auf eine argentinische Titelverteidigung?
Die Dezimalquoten auf Argentinien als Weltmeister 2026 liegen bei rund 8.00, was einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 12.5 Prozent entspricht. Damit ist Argentinien vierter Favorit hinter Frankreich, England und Brasilien.