Vor der WM 2022 in Katar lag die Siegquote auf Argentinien bei 7.50 — und kaum jemand nahm sie ernst. Wer damals 100 CHF setzte, ging mit 750 CHF nach Hause. Ich selbst habe den Tipp an einen Bekannten weitergegeben und es dann doch gelassen. Solche Geschichten lehren mich mehr als jedes Statistikmodell: Die WM 2026 Quoten sind keine Kristallkugel, aber sie komprimieren das kollektive Wissen tausender Analysten, Algorithmen und Wetter in eine einzige Zahl. Wer diese Zahlen lesen kann, gewinnt einen Vorsprung — nicht Gewissheit, aber Orientierung.
In diesem Quotenvergleich ordne ich die aktuellen Dezimalquoten für alle 48 Teams ein, filtere die echten Titelfavoriten heraus und zeige, wo sich aus meiner Sicht Value versteckt. Alle Quoten beziehen sich auf den Markt „Weltmeister 2026“ und sind Durchschnittswerte führender europäischer Buchmacher, Stand Anfang April 2026.
Siegquoten — Die Top 10 Favoriten
Ein Blick auf die Quotentafel wirkt auf den ersten Blick wie ein Déjà-vu: Brasilien, Frankreich, England — die üblichen Verdächtigen. Doch bei genauerer Betrachtung hat sich seit der letzten WM einiges verschoben. Die Quoten erzählen eine Geschichte der Generationenwechsel, und ich finde sie faszinierender als die blossen Zahlen.
Frankreich führt den Markt mit einer Quote von etwa 5.50 an. Das ist bemerkenswert, denn Titelverteidiger Argentinien — die Mannschaft, die vor knapp vier Jahren in Lusail triumphierte — liegt mit rund 6.00 nur knapp dahinter. Die Erklärung ist simpel: Frankreichs Kader vereint Jugend und Erfahrung in einer Dichte, die kein anderes Team erreicht. Kylian Mbappé steht mit 27 Jahren im absoluten Leistungszenit, flankiert von Spielern wie Aurélien Tchouaméni und Eduardo Camavinga, die in Madrid Titel sammeln wie andere Briefmarken.
Argentiniens Quote reflektiert die offene Frage um Lionel Messi. Sollte der mittlerweile 38-Jährige tatsächlich im Kader stehen, dürfte die Quote noch sinken. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent für Messis Teilnahme ein — eine Schätzung, die ich für realistisch halte.
Brasilien notiert bei 7.00 und belegt damit den dritten Platz im Quotenranking. Die Seleção hat seit 2002 keinen WM-Titel mehr gewonnen, und das Viertelfinal-Aus 2022 gegen Kroatien sitzt tief. Dennoch: der Kader um Vinícius Júnior, Rodrygo und Endrick ist auf dem Papier einer der talentiertesten der Turniergeschichte. Was fehlt, ist Turniererfahrung in entscheidenden Momenten — und genau das spiegelt die Quote wider.
England liegt bei 8.00, Spanien bei 8.50. Beide Teams haben realistische Titelchancen, aber der Markt sieht bei beiden Fragezeichen. Englands Problem war historisch die Fähigkeit, Halbfinals und Finals zu gewinnen. Spanien hingegen hat 2024 die Europameisterschaft gewonnen und verfügt mit Lamine Yamal über ein Generationentalent, das bei der WM gerade einmal 18 Jahre alt sein wird.
Deutschland folgt bei 11.00 — eine Quote, die mich überrascht. Nach dem starken EM-Auftritt 2024 im eigenen Land und dem anschliessenden Trainerwechsel zu Julian Nagelsmann auf Langzeitbasis hat das DFB-Team einen klaren Aufwärtstrend gezeigt. Gruppe E mit Ecuador, Elfenbeinküste und Curaçao ist machbar. Ich sehe hier Value, aber dazu später mehr.
Die weiteren Top-10-Positionen verteilen sich auf Portugal (12.00), Niederlande (15.00), Belgien (21.00), Uruguay (26.00) und Kroatien (29.00). Was auffällt: Die Kluft zwischen den Top 5 und dem Rest ist dieses Jahr besonders gross. Zwischen Spaniens 8.50 und Deutschlands 11.00 liegt ein Sprung, der in Wahrscheinlichkeiten umgerechnet einem Unterschied von knapp 3 Prozentpunkten entspricht — das ist bei einem Turnier mit 48 Teams erheblich.
| Rang | Team | Quote | Implizite Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Frankreich | 5.50 | 18.2 % |
| 2 | Argentinien | 6.00 | 16.7 % |
| 3 | Brasilien | 7.00 | 14.3 % |
| 4 | England | 8.00 | 12.5 % |
| 5 | Spanien | 8.50 | 11.8 % |
| 6 | Deutschland | 11.00 | 9.1 % |
| 7 | Portugal | 12.00 | 8.3 % |
| 8 | Niederlande | 15.00 | 6.7 % |
| 9 | Belgien | 21.00 | 4.8 % |
| 10 | Uruguay | 26.00 | 3.8 % |
Die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten aller 48 Teams liegt bei den meisten Buchmachern zwischen 115 und 125 Prozent. Die Differenz zu 100 Prozent ist die Marge des Anbieters — sein Gewinn. Für den Quotenvergleich bedeutet das: Wer bei mehreren Buchmachern die jeweils beste Quote für ein Team nimmt, reduziert die effektive Marge und erhöht langfristig die Rendite. Dieses Prinzip ist simpel, wird aber erstaunlich selten angewendet.
Quoten für die Schweiz, Österreich und Deutschland
Drei Mannschaften, drei komplett verschiedene Ausgangssituationen — und doch interessiert sich die deutschsprachige Wettgemeinschaft naturgemäss für alle drei. Ich habe in den letzten Wochen dutzende Nachrichten bekommen, die alle dieselbe Frage stellen: Lohnt sich ein Tipp auf die eigene Mannschaft? Meine Antwort ist differenziert.
Die Schweiz steht bei einer Siegquote von etwa 81.00 für den Gesamttitel. Das entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 1.2 Prozent — unrealistisch für den Titel, aber durchaus nicht abwegig für ein Weiterkommen bis ins Viertelfinale. Deutlich interessanter sind die Gruppenwetten: Die Schweiz als Gruppensieger in Gruppe B notiert bei 2.60, das Weiterkommen aus der Gruppe liegt bei 1.35. Trainer Murat Yakin hat seit seinem Amtsantritt eine bemerkenswerte Konstanz aufgebaut. Die Schweiz ist seit 2006 ununterbrochen bei Weltmeisterschaften vertreten — länger als mancher Topfavorit.
Österreich erlebt bei dieser WM ein historisches Comeback. Die letzte WM-Teilnahme liegt 28 Jahre zurück, und die Quote von 151.00 auf den Titel zeigt, dass der Markt Österreich keine Titelhoffnungen zutraut. Realistisch? Absolut. Aber Gruppe J mit Argentinien, Algerien und Jordanien bietet durchaus Chancen auf das Achtelfinale. Die Quote auf Weiterkommen liegt bei 2.80 — und das halte ich für deutlich attraktiver als den nackten Titelmarkt.
Deutschland bei 11.00 habe ich bereits erwähnt, und hier liegt aus meiner Sicht der interessanteste DACH-Tipp. Das DFB-Team hat unter Nagelsmann ein System gefunden, das funktioniert. Florian Wirtz und Jamal Musiala bilden das vielleicht kreativste Duo im gesamten Turnier. Gruppe E ist die auf dem Papier leichteste Gruppe unter den europäischen Topmannschaften. Die Quote auf den Gruppensieg liegt bei 1.30, was den Favoritenstatus klar widerspiegelt. Wer auf Deutschland als Halbfinalisten setzen möchte, findet Quoten um 3.50 — das ist mein bevorzugter Markt für das DFB-Team.
| Team | Titelquote | Gruppensieg | Weiterkommen | Halbfinale |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 11.00 | 1.30 | 1.08 | 3.50 |
| Schweiz | 81.00 | 2.60 | 1.35 | 13.00 |
| Österreich | 151.00 | 6.00 | 2.80 | 21.00 |
Ein grundsätzlicher Rat: Die Titelquote allein sagt wenig darüber aus, ob ein Tipp sinnvoll ist. Ein Wett-Tipp auf die Schweiz als Weltmeister bei 81.00 hat eine extrem geringe Gewinnwahrscheinlichkeit. Wer die Nati unterstützen möchte, findet in den Gruppenmärkten deutlich bessere Anknüpfungspunkte — dort ist das Verhältnis zwischen Risiko und Wahrscheinlichkeit ausgewogener.
Gruppensieger-Quoten im Detail
Wenn ich an einem WM-Morgen im Juni meinen Rechner aufklappe und die Gruppenmärkte checke, dann suche ich nach einer ganz bestimmten Konstellation: einem klaren Favoriten mit einer Quote unter 1.50 und einem zweiten Team, dessen Quote zwischen 3.00 und 5.00 liegt. Diese Konstellationen bieten oft die besten Chancen auf Value, weil der Abstand zwischen dem Favoriten und dem Zweitplatzierten vom Markt häufig überschätzt wird.
Gruppe A mit Mexiko als Gastgeber ist ein Paradebeispiel. Mexiko als Gruppensieger notiert bei 1.90 — überraschend hoch für ein Heimteam. Südkorea liegt bei 3.20, Südafrika bei 5.50 und Tschechien bei 4.80. Der Markt traut keinem Team eine dominante Rolle zu, was die Gruppe zu einer der offensten des Turniers macht. Hier bieten Wetten auf den exakten Gruppenausgang besonders interessante Quoten, weil die Varianz hoch ist.
Gruppe B rund um die Schweiz zeigt ein anderes Bild. Kanada als Gastgeber führt mit 2.20, die Schweiz folgt bei 2.60. Der Abstand ist eng, und ich halte die Schweiz als Gruppensiegerin für leicht unterbewertet. Yakins Team verfügt über mehr Turniererfahrung als jede andere Mannschaft in der Gruppe und hat den Vorteil eines eingespielten Kaders — etwas, das in den ersten Gruppenspielen oft den Unterschied macht.
Gruppe C mit Brasilien bei 1.45 bietet wenig Spannung an der Spitze, dafür umso mehr dahinter: Marokko (3.80), der Halbfinalist von 2022, kämpft gegen Schottland (6.00) um Platz zwei. Hier ist der Markt für das Weiterkommen Marokkos bei 1.55 interessanter als der Gruppensieger-Markt.
Gruppe D mit den USA als Gastgeber zeigt eine Quote von 1.80 auf den Gruppensieg — der Heimvorteil ist eingepreist, aber nicht so stark wie man erwarten könnte. Die Türkei als frisch qualifizierter Playoff-Sieger steht bei 4.50 und könnte für eine Überraschung sorgen, besonders wenn die Stimmung in den US-Stadien mit ihrer grossen türkischstämmigen Diaspora als Faktor hinzukommt.
Die europäischen Schwergewichte dominieren ihre Gruppen: Frankreich in Gruppe I bei 1.25, England in Gruppe L bei 1.35, Spanien in Gruppe H bei 1.30, Deutschland in Gruppe E bei 1.30. Argentinien führt Gruppe J bei 1.20 an — die niedrigste Gruppensieg-Quote des gesamten Turniers. Wetten auf den Gruppensieg dieser Favoriten bringen wenig Rendite, aber die Märkte für das Weiterkommen der jeweiligen Zweitplatzierten sind deutlich interessanter.
| Gruppe | Favorit | Quote | Zweiter Favorit | Quote |
|---|---|---|---|---|
| A | Mexiko | 1.90 | Südkorea | 3.20 |
| B | Kanada | 2.20 | Schweiz | 2.60 |
| C | Brasilien | 1.45 | Marokko | 3.80 |
| D | USA | 1.80 | Türkei | 4.50 |
| E | Deutschland | 1.30 | Ecuador | 4.20 |
| F | Niederlande | 1.55 | Japan | 3.00 |
| G | Belgien | 1.40 | Ägypten | 4.80 |
| H | Spanien | 1.30 | Uruguay | 3.40 |
| I | Frankreich | 1.25 | Senegal | 4.00 |
| J | Argentinien | 1.20 | Algerien | 5.50 |
| K | Portugal | 1.45 | Kolumbien | 3.20 |
| L | England | 1.35 | Kroatien | 3.50 |
Ein Muster springt ins Auge: In acht von zwölf Gruppen liegt der Favorit unter 1.50. Das neue Format mit 48 Teams hat die Gruppenphase vorhersehbarer gemacht, weil die Qualitätsunterschiede zwischen Topf 1 und Topf 4 grösser geworden sind. Für Wetter bedeutet das: Die wirklich spannenden Märkte liegen nicht beim Gruppensieger, sondern beim Kampf um Platz zwei und drei — und beim neuen Format kommen auch die acht besten Gruppendritten weiter.
Value Bets — Wo lohnt sich ein Tipp?
Jeden Morgen gehe ich denselben Prozess durch: Ich vergleiche meine eigene Einschätzung der Titelwahrscheinlichkeiten mit den Marktquoten und suche nach Abweichungen von mindestens 20 Prozent. Findet sich eine solche Diskrepanz, liegt möglicherweise Value vor — eine Wette, bei der die erwartete Rendite positiv ist. Drei Kandidaten stechen bei dieser WM hervor.
Deutschland bei 11.00 habe ich bereits angesprochen. Meine eigene Schätzung der Titelwahrscheinlichkeit liegt bei rund 12 Prozent, der Markt impliziert 9.1 Prozent. Die Differenz beträgt knapp 3 Prozentpunkte — das ist signifikant. Die Gründe: Nagelsmanns taktische Flexibilität, ein Kader ohne offensichtliche Schwachstelle und eine günstige Turnierhälfte bei Gruppensieg. Wer aus Gruppe E als Erster hervorgeht, trifft voraussichtlich erst im Viertelfinale auf einen echten Prüfstein.
Spanien bei 8.50 ist mein zweiter Value-Kandidat. Der Europameister von 2024 hat den jüngsten Kader unter den Top-5-Favoriten. Lamine Yamal wird im Turnier 18, Pedri ist 23, Gavi kehrt nach seiner Verletzung zurück. Die defensive Stabilität unter Trainer de la Fuente ist beeindruckend: In den letzten 20 Pflichtspielen kassierte Spanien durchschnittlich 0.6 Gegentore pro Partie. Meine Titelwahrscheinlichkeit: 14 Prozent. Der Markt sagt 11.8 Prozent. Nicht riesig, aber vorhanden.
Der dritte Kandidat überrascht vielleicht: Kroatien bei 29.00. Ja, die goldene Generation um Modrić neigt sich dem Ende zu, aber dieses Team hat bei den letzten drei Grossturnieren zweimal das Halbfinale und einmal das Finale erreicht. Die Erfahrung in K.-o.-Spielen ist beispiellos. Gruppe L mit England, Ghana und Panama ist anspruchsvoll, aber machbar. Und im K.-o.-Modus hat Kroatien in den letzten acht Jahren jedes Elfmeterschiessen gewonnen. Meine Schätzung: 5 Prozent Titelwahrscheinlichkeit. Der Markt sagt 3.4 Prozent. Die Diskrepanz ist prozentual die grösste unter meinen drei Kandidaten.
Was ich bewusst ausklammere: Langschüsse auf Aussenseiter wie Marokko (51.00) oder Japan (67.00). Beide haben spannende Kader, aber bei einem 48-Mannschaften-Turnier mit sieben K.-o.-Runden reicht ein gutes Team allein nicht aus — man braucht die Tiefe, um über 39 Tage konstant zu performen. Das können aktuell maximal acht bis zehn Mannschaften weltweit.
Ein Hinweis zur Methodik: Value bedeutet nicht Gewinngarantie. Eine Wette mit positivem Erwartungswert verliert in den meisten Einzelfällen trotzdem. Der Vorteil materialisiert sich erst über viele Wetten hinweg. Wer auf ein einzelnes Turnier setzt, sollte den Einsatz entsprechend gering halten und die Wette als genau das betrachten, was sie ist — eine fundierte Spekulation mit asymmetrischem Auszahlungsprofil.
Dezimalquoten richtig lesen und vergleichen
Ich werde das Thema nicht mit einer Definition beginnen, sondern mit einem Fehler, den ich selbst gemacht habe. Als ich vor Jahren anfing, Quoten zu vergleichen, habe ich stundenlang die höchste Quote für mein Team gesucht — ohne zu verstehen, dass eine Quote von 8.00 bei Anbieter A und 7.50 bei Anbieter B nicht immer bedeutet, dass Anbieter A der bessere Deal ist. Der Grund: Margen variieren, und eine höhere Einzelquote kann mit schlechteren Quoten auf die Gegenoptionen einhergehen.
Dezimalquoten funktionieren denkbar einfach: Die Zahl gibt an, wie viel du pro eingesetzter Einheit zurückbekommst — inklusive des Einsatzes. Eine Quote von 5.50 auf Frankreich bedeutet: Bei 10 CHF Einsatz fliessen 55 CHF zurück, der Nettogewinn beträgt 45 CHF. Die implizite Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus der Formel 1 geteilt durch die Quote, also 1 / 5.50 = 0.182 oder 18.2 Prozent.
Der entscheidende Schritt beim Quotenvergleich ist die Berechnung der Gesamtmarge. Dazu addierst du die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Optionen eines Marktes. Bei einem Zwei-Wege-Markt — etwa „Deutschland gewinnt“ gegen „Deutschland gewinnt nicht“ — sollte die Summe bei 100 Prozent liegen. In der Praxis liegt sie bei 105 bis 115 Prozent. Die Differenz zu 100 ist die Marge des Buchmachers, also sein eingebauter Vorteil.
Ein konkretes Beispiel: Anbieter A bietet 11.00 auf Deutschlands WM-Titel. Anbieter B bietet 10.50, aber hat insgesamt niedrigere Margen über alle Teams hinweg. Um den fairen Vergleich zu machen, müsstest du bei jedem Anbieter alle 48 Siegquoten addieren, die Gesamtmarge berechnen und dann die bereinigte Quote ermitteln. In der Praxis ist das aufwendig, aber es gibt ein heuristisches Verfahren: Vergleiche die Quote deines gewünschten Teams mit der des Topfavoriten beim selben Anbieter. Das Verhältnis dieser beiden Quoten ist aussagekräftiger als die absolute Zahl.
Ein weiterer häufiger Fehler: Quoten zu verschiedenen Zeitpunkten vergleichen. Die WM 2026 Quoten bewegen sich täglich. Eine Quote, die heute bei 8.50 steht, kann in zwei Wochen bei 7.00 liegen, weil ein Schlüsselspieler sich verletzt hat oder eine Testspielphase herausragend verlief. Der Zeitpunkt der Wettabgabe ist selbst ein strategischer Faktor. Grundsätzlich gilt: Für Langzeitwetten wie den Turniersieger empfehle ich, die Wette früh zu platzieren, wenn du von einer positiven Quotenentwicklung ausgehst. Für Gruppenwetten kann es sinnvoll sein, die letzten Testspielergebnisse abzuwarten.
Die Dezimalquote hat gegenüber fraktionalen Quoten — im angelsächsischen Raum als „Fractional Odds“ bekannt — einen praktischen Vorteil: Sie ist direkt multiplikativ. Bei einer Kombiwette multiplizierst du einfach die Einzelquoten miteinander, um die Gesamtquote zu erhalten. 2.60 mal 3.40 ergibt 8.84 — so einfach ist das. Bei fraktionalen Quoten müsstest du erst umrechnen.
Worauf ich in den nächsten Wochen achte
Die WM 2026 Quoten werden sich bis zum Turnierstart am 11. Juni noch erheblich bewegen. Drei Faktoren bestimmen die Richtung: Kadernominierungen, Testspiele im Mai und Juni sowie Verletzungen in den letzten Saisonwochen der europäischen Ligen. Die Champions-League-Finalisten — deren Spieler regelmässig zu den Leistungsträgern der WM-Favoriten gehören — haben den dichtesten Spielplan und damit das höchste Verletzungsrisiko.
Wer die Quoten systematisch verfolgen möchte, sollte sich einen einfachen Tracker anlegen: Team, aktuelle Quote, eigene Einschätzung, Datum. Das kostet fünf Minuten pro Woche und verschafft einen Überblick, der die meisten Gelegenheitswetter nicht haben. Die Strategien für WM-Wetten auf diesem Portal liefern das Rüstzeug für die Umsetzung.
Eine letzte Beobachtung: Gastgeber-Teams sind historisch überbewertet. Seit 1998 hat kein Gastgeber das Turnier gewonnen, und doch senken Buchmacher die Quoten für Gastgeber regelmässig um 15 bis 20 Prozent gegenüber dem, was die reine Mannschaftsstärke hergeben würde. Bei der WM 2026 mit drei Gastgebern — USA, Mexiko, Kanada — verteilt sich dieser Effekt. Mein Rat: Die Gastgeber-Quoten skeptisch betrachten und stattdessen nach Value bei den Teams suchen, die ohne Heimvorteil antreten, aber über die Klasse verfügen, ein Turnier zu gewinnen.